Sipgate gegen T-Mobile

Tja, wenigstens darf man ja noch seine Meinung frei äußern (AG Frankfurt/Main, Urteil vom 16.07.2008 – 31 C 2575/07-17).

Frei telefonieren soll man vermutlich nicht – zumin. nicht auf aktuellem Stand der Technik, wenn man Kunde bei T-Mobile ist und ein iPhone nutzt. T-Mobile hat vor dem Oberlandesgericht Hamburg gegen SIPGATE eine einstweilige Verfügung gegen das Bewerben Ihrer IP-Telefoniesoftware für das iPhone erwirkt. SIPGATE bietet eine VoIP-Software, die – vereinfacht gesagt – das Telefonieren über eine Internet-Datenverbindung erlaubt. Diese Telefonate laufen völlig unabhängig von  den üblichen Wegen der „Normaltelefonie“, die über Minutentakt und Paketpreise abgerechnet werden. Ja, klingt nicht nur so – es ist unter’m Strich günstiger.

Was man sich dabei fragt: Wenn ein großer Mobilfunkanbieter ein modernes Telefon wie das iPhone anbietet, dann muß doch klar sein, daß vom Endkunde auch die technologischen (und übrigens selbstredend legalen) Möglichkeiten genutzt werden. Lustige Vorstellung wenn ein Automobilhersteller plötzlich Dritthersteller von Reifen, Scheinwerfern oder Navis verklagen würde: „Der Verkauf dieser Teile war als Folgegeschäft einkalkuliert und muß verboten werden“. 😉 In diesem Falle ist es aber noch etwas „perverser“. Denn mit den meisten iPhone-Verträgen erwirbt man eine Datenflat. Die Möglichkeit, seine Daten (und auch Gespräche) über das Netzzu senden  bezahlt der Kunde also monatlich.

SIPGATE viel Erfolg bei der „Verteidigung“ ihrer auf dem aktuellen Stand der technik aufsetzenden Software!

denkt,
Webwombel.

P.S.: hmmm… Mal soll die Dinge ja von verschiedenen Seiten betrachten: Es naht das Weihnachtsgeschäft und der Rechtstreit wird regelmäßig Newsmeldungen (und Blogeinträge wie diesen) produzieren… diese Newsmeldungen werden die Leser an an interessierte Kollgegen oder Freunde weiterleiten. Hoffentlich lassen wir uns nicht zu sehr anstecken und holen uns einen Marketing-Schnupfen. 😉

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  1. 10. September 2008 um 4:13 pm

    Die Freunde mit dem Magenta-T wieder mal. Hab gerade den Bericht auf heise.de gelesen und deinen Blog Link hier gefunden.

    Was soll ich sagen, ich versteh die Telekomiker ned. Das Ei-Phone, was ich im übrigen ziemlich mau finde, gehört doch mit Vertragsabschluß mir. Und die Telekom will mir vorschreiben welche Software ich auf einem Gerät das mir gehört nutze oder nicht ?

    Da gibts nur eins, iPhone unlocken und anderen gescheiten Provider nutzen der ned so zickt wie die rosa Warmduscher. Und schon ist die Sache erledigt.

    Wobei man sich überlegen sollte ob man das Ei-Phone denn unbedingt braucht, oder kaufen sollte. Besonders seitdem bekannt ist das Apple ja ein Hintertürchen im Ei-Phone hat. Ich will kein Gerät bei dem der Hersteller im Nachhinein noch installierte Software löschen kann, sowas will ich ganz bestimmt ned ^^

  2. arronax
    11. September 2008 um 9:49 am

    Tja, hier im Netz kann man sich beschweren, aber: abgestimmt wird an der Kasse. Wenn euch die Bevormundung beim iPhone nicht passt, dann kauft es nicht. Wenn das Ding zum Ladenhüter wird, dann wird der Hersteller reagieren.

    Warum sollte ein Unternehmen die Kunden nicht abzocken? Die heulen ein bißchen rum und kaufen beim nächsten mal den selben Scheiß vom gleichen Hersteller. Wirtschaftlich gesehen sind Blog-Einträge irrelevant, solange sie keine Auswirkung aufs Geschäft haben. Das gilt nicht nur für das iPhone, sondern natürlich auch für DRM-Musik bei iTunes, kopiergeschützte CDs/DVDs/BDs, Pseudo-Flatrates und so weiter.

  3. Nash
    11. September 2008 um 1:22 pm

    Eigentlich ist es für mich verwunderlich, dass die T-Jungs mit der einstweiligen Verfügung durchkommen.
    Denn man muss ja nicht zwangsweise von der Telekom das iPhone haben, und hat damit ohnehin das recht das draufzumachen was gefällt.

    Nur weil die Telekom solch vermurkste Verträge aufsetzt, hat es noch lange nicht zu heißen, dass man Software für den Rest der Welt verbieten darf.

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