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Brennende Häuser und Autos: Da läuft was falsch.

Blick nach England: Wütende Menschen zünden Autos und Häuser an. Blick nach Deutschland: Spiegel Online titelt: „Der Rechtsextremist, dein Freund und Helfer„, und ein SPD-Abgeordneter schreibt auf Facebook: „Überall auf der Welt sind es die Rechtspopulisten, die die Zukunft gefährden. Und auch die Konservativen laufen ihnen zunehmend nach„.

Wieder einmal werden Ursache und Wirkung offenbar bewußt durcheinander gebracht. Ursache für Ausschreitungen sind nicht pauschal „Idioten“, sondern frustrierte und verarmte Menschen am Rande der Gesellschaft.

Zur Erinnerung: Die Bundesrepublik Deutschland wurde 1949 mit einer vorbildlichen Verfassung und „Sozialer Marktwirtschaft“ als Wirtschaftssystem gegründet. Warum „Soziale Marktwirtschaft“? Damals wollte man den Kommunismus, Sozialismus und den Kapitalismus abwehren. Das scheint völlig in Vergessenheit geraten zu sein.

 

Das perfide Spiel wiederholt sich

Den Leuten wird das Geld aus der Tasche gezogen„, sagte mein Großvater immer. Um ehrlich zu sein: Damals hielt ich das für Volkes‘ Stammtischsprüche.

Heute höre ich genau das – wenn auch anders formuliert – von einem Heiner Geißler (CDU) und Dirk Müller (Börsen- und Finanzexperte). Heiner Geißler spricht von einer „totalen Ökonomisierung der Gesellschaft„, Dirk Müller sagt: „Unser System mit Zins und Zinseszins kann nicht mehr lange funktionieren.“

Heiner Geißler: „totale Ökonomisierung der Gesellschaft

 

Mit der Kohl-Ärea wurde schleichend der Kapitalismus in Deutschland eingeführt und alle scheinen das mittlerweile selbstverständlich zu finden. Dabei sehen wir heute die Konsequenzen:

  • stagnierende oder fallende Nettolöhne seit 15 Jahren
  • ein Gesundheitswesen, das zum Gesundheitsmarkt verkommen ist
  • ein Rentensystem, das nicht mehr funktioniert (nicht aus demografischen Gründen).
  • Die Menschen wurden mit Angst vor fehlender Alterversorgung in die Kapitalmärkte (Aktien, Fonds,…) getrieben und abgezockt.
  • Menschen, die ihre Altervorsorge verloren haben: Durch die Finanzkrise oder durch Hartz IV (Enteignungsgesetze)
  • ein total geschwächter Staat, Kommunen mit Haushaltsstopp und andererseits Konzerne, die über „zurückgehende Gewinnsteigerung“ klagen (Jammern in der 2. Ableitung)
  • Abbau von Sozialausgaben, Mittelkürzungen im Schulsystem und bei der Jugendarbeit
  • Medien, die nicht mehr funktionieren und nur noch Pressemitteilungen verlesen, statt investigativen Journalismus zu betreiben
  • Massive Balastung und Zerstörung der Umwelt und Klimaveränderung

Dirk Müller: „Unser System mit Zins und Zinseszins kann nicht mehr lange funktionieren.“

 

Opa mit seiner Lebenserfahrung hatte recht: Seit ca. 20 Jahren wird das Geld systematisch aus Taschen der Menschen, bzw. aus der Gesellschaft gezogen und Sozialabbau betrieben.

 

Politikversagen

Was ist eine rein logische Konsequenz daraus? steigende Armut, Frustration, fehlender sozialer Halt. Mit anderen Worten: wütende frustrierte Menschen, steigender Rechtsradikalismus, steigende Gewaltbereitschaft, Brennende Autos.

Wenn man es soweit kommen lässt, ist das Politikversagen.

Nun würde man von den Mitte-Links-Parteien erwarten, daß sie die Ursachen anprangern. Aber selbst das passiert nicht. Stattdessen empört man sich über „die Idioten, die Rechten,…. die Steine schmeissen“ (ja, Steine schmeissen ist Unfug! aber….). Sie sind nicht die Ursache der Unruhen, sie sind eine der Konsequenzen aus sozialer Ungerechtigkeit. Jetzt wird mit dem Finger auf die gesellschaftlichen Gruppen gezeigt, die als ersten unter dem Politikversagen leiden. Politiker versuchen nun aus den Unruhen „Profilierungsprofit“ zu schlagen. Es ist zum erbrechen.

 

Die Lösung ist einfacher als man denkt

Die Lösung ist doch so naheliegend: Aus der DDR haben wir gelernt, daß „nur Staat“ nicht funktioniert. Aus der aktuellen Lage (USA und Europäische Länder pleite, Finanzkrise) lernen wir: „Nur Markt“ funktioniert auch nicht. Heiner Geißler: „Der Sozialismus ist gescheitert, und der Kapitalismus auch„. Eine smarte Lösung dazwischen ist so naheliegend: eine „ökologisch soziale freie Marktwirtschaft„.

Nur leider ist die Kapitallobby zu stark, die aktuellen Politiker zu schwach und das Volk zu träge und doof um Änderungen herbeizuführen. Muß es wieder krachen, bevor sich Dinge ändern?

Es ist nicht ‚mal eine radikale Systemänderung notwendig. Allein das Maß der Dinge muß wieder eingehalten werden: Mit einer freien Marktwirtschaft einerseites und einem flankierenden korrigierendem Staat sowie Politikern mit Rückgrad andererseits.

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Kategorien:German World
  1. Anonymous
    11. August 2011 um 12:35 pm

    „ein total geschwächter Staat, Kommunen mit Haushaltsstopp und andererseits Konzerne, die über „zurückgehende Gewinnsteigerung“ klagen (Jammern in der 1. Ableitung)“

    Tut mir Leid, aber das ist bereits die 2. Ableitung.
    0. Besitz
    1. Gewinn/Verlust
    2. Änderung des Gewinn/Verlust

    Ändert jetzt aber auch nichts an der Aussage

    • Webwombel
      11. August 2011 um 1:34 pm

      Stimmt. Hatte da schon „2. Ableitung“ stehen. Werd’s zurück korrigieren. Danke.

  2. Von_Heise_forum
    11. August 2011 um 12:35 pm

    Sozialabbau? Sozialstaatzerstörung passt besser.

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